Dresden 2010: Geschichtsrevisionismus bekämpfen, Naziaufmarsch verhindern!
Anlässlich der Bombardierung Dresdens durch die Alliierten im 2. Weltkrieg marschieren mittlerweile jährlich tausende Nazis durch Dresden, um Nazi-Deutschland zum Opfer des Krieges und eines "alliierten Bombenholocaust" zu stilisieren. Dieses Jahr soll der geschichtsrevisionistische und NS-verherrlichende Aufmarsch am 13. Februar stattfinden, also genau am 65. Jahrestag der Bombardierung Dresdens. Dies macht die Situation in Dresden besonders brisant, da es in den Vorjahren stets zwei Naziaufmärsche gab, einen direkt am Jahrestag der Zerstörung Dresdens und einen am darauf folgenden Samstag. Da der 13. Februar dieses Jahr auf einen Samstag fällt, wird es somit nur einen Aufmarsch geben, der vorraussichtlich entsprechend größer wird. Schon allein Aufgrund der enormen Größe des Aufmarschs und seines dementsprechend hohen Stellenwerts in der rechten Szene, muss die Verhinderung gerade dieses Aufmarsches für die antifaschistische Linke von besonderer Bedeutung sein.
Bei einer antifaschistischen Mobilisierung nach Dresden muss aber auch bedacht werden, inwieweit an diesen Tag auch bei den bürgerlichen Gedenkveranstaltungen geschichtsrevisionistische Positionen vertreten werden und wie sich in diesem Kontext ein bürgerlicher Antifaschismus begründet und positioniert. Es ist für eine radikale Linke an diesem Tag nicht nur wichtig, sich dem Naziaufmarsch entgegenzustellen und diesen nach Möglichkeit zu verhindern, sondern auch sich kritisch und offensiv mit den geschichtsrevisionistischen Tendenzen aus der Mitte der Gesellschaft auseinander zu setzen.
Deswegen wird es im Vorfeld des Naziaufmarsches eine Veranstaltungsreihe zum Thema Geschichtsrevisionismus vom Bündnis antifaschistischer Gruppen Hessen (BASH) in Darmstadt, Frankfurt und Marburg geben. In Darmstadt wird es in diesem Rahmen eine Lesung mit Gunnar Schubert am 26.01. um 20:00 Uhr in der Oetinger Villa geben. Gunnar Schubert zerlegt in seinem Buch "Die große Unschuld" den "great Dresden swindle" in seine Bestandteile und stellt die einzelnen Lügen (die "militärisch sinnlosen Terrorangriffe", die Tiefflieger, die Zahl der Toten) den Tatsachen gegenüber. Die zweite Veranstaltung aus der Reihe mit Gerd Wiegel kann wegen Terminproblemen leider nicht in Darmstadt stattfinden. interessierte können sie sich aber am 13. Januar im Klapperfeld in Frankfurt ansehen.
Außerdem wird es am 1. Februar eine Mobilisierungsveranstaltung ab 19:00 Uhr in der Oetinger Villa geben.
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